Gäste parken drei Stunden kostenlos



Die Parksituation am Kino in der Karl-Große-Straße entschärft sich. Wie berichtet, hatte die Eigentümergemeinschaft um Axel Fischer, Inhaber der gleichnamigen Modehäuser, die Fläche an eine private Firma verpachtet. Diese ließ Falschparker abschleppen oder verhängte „Vertragsstrafen“. Jetzt entspannt sich die Lage: Neun Unternehmer und Ärzte haben den gesamten Parkplatz für ihre Kunden angemietet.

“Ab sofort darf hier jeder drei Stunden lang parken, der zu den beteiligten Unternehmen will”, sagt Kinobetreiber Daniel Grahl. Diese Regelung gelte für Patienten der Arztpraxen Cathleen Knoth-Zergiebel, Manfred Staude und Wilfried Herold, sowie für Kunden des Kinos, der Volksbank, der Ergotherapie Daniela Heine, der Anwaltskanzlei Martina Petersitzke, der Löwen-Apotheke und der Spielhalle Spielball. Die Kontrolle der korrekten Standzeit erfolge laut Grahl weiterhin über den Parkplatzpächter Wemax aus Halle. Dessen Inhaber Torsten Märker erklärt: „Eine Parkscheibe ist nicht nötig. Unsere Mitarbeiter sind mehrfach am Tag vor Ort und notieren sich die Kennzeichen. Wer länger als drei Stunden steht, muss mit einer Vertragsstrafe rechnen oder wird abgeschleppt.“ Demnächst solle ein neues Schild das bisherige ersetzen. „Dort werden auch die Firmen aufgelistet, für die diese Regelung gilt. Wer andere Wege hat und seinen Wagen dort parkt, handelt dann widerrechtlich“, so Märker.

Diese Verfahrensweise findet Daniel Grahl nur fair. „Von Langzeitparkern, die etwa mit der Straßenbahn nach Leipzig fahren, haben wir nichts. Wir wollen unseren Kunden eine Parkmöglichkeit geben. Dafür reichen drei Stunden aus“, sagt er. Auch Apotheker Werner Glaß ist froh, „nun eine vernünftige Regelung gefunden zu haben“, wie er meint. Rechtlich unterstützt wurden die Ärzte und Unternehmen von Anwältin Martina Petersitzke, die mit Wemax die vertragliche Seite gestaltet hat.

Was bleibt, ist das Unverständnis der Gewerbetreibenden. „Wir finden es nach wie vor schade, dass Herr Fischer als Teil der Eigentümergemeinschaft nicht direkt uns Anlieger gefragt hat, ob wir mieten wollen“, so Daniel Grahl. Und auch Werner Glaß bedauert: „Als Tauchaer Unternehmer sollte man doch auf andere, benachbarte Unternehmen zugehen können“, sagt er. Axel Fischer rechtfertigt sich: „Die Zusammenarbeit mit Wemax hatte sich ergeben. Mein Geschäftsfeld ist es nicht, Parkplätze zu vermieten. Und auch jetzt trage ich die Hauptkosten, denn Versicherung, Regenwasserabgabe, Winterdienst und so weiter zahle ich weiterhin.“

Erschien am 6. Oktober 2010 in der Leipziger Volkszeitung.